Notes 8.5
Stand: 12.01.2026 (Updates nach der Vorlesung am 19.01.2026 sind möglich)
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Willkommen!
- In dieser Vorlesung schauen wir uns an, was eigentlich passiert, wenn Sie eine Webseite aufrufen. Nicht die HTML-Datei selbst – sondern wie die Daten als “Paket” durch das Internet kommen.
- Wir werden sehen: DNS, Encapsulation, TCP-Segmentierung, NAT und Routing – das sind die fünf Bausteine, die dafür sorgen, dass Ihre Anfrage den Server findet und die Antwort zurückkommt.
Domain Name System (DNS)
DNS verstehen
- Wenn Sie
example.comin den Browser eingeben, kann der Computer damit zunächst nichts anfangen. Computer kommunizieren über IP-Adressen – Zahlen wie93.184.216.34(vier Zahlen von 0 bis 255, getrennt durch Punkte). - Bevor irgendeine Verbindung aufgebaut wird, muss der Browser den Namen in eine IP-Adresse übersetzen. Das macht das DNS (Domain Name System).
- DNS funktioniert wie ein Telefonbuch:
- Sie kennen den Namen:
example.com - DNS liefert die Nummer:
93.184.216.34
- Sie kennen den Namen:
- Dieser Vorgang heißt DNS-Lookup und passiert bei jedem Webseitenaufruf – meist unbemerkt im Hintergrund.
DNS (Domain Name System)
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Eingabe: example.com
Ausgabe: 93.184.216.34Sie können DNS selbst im Terminal testen mit einem Befehl wie host www.uni-bamberg.de oder (für mehr Details) mit dig www.uni-bamberg.de.
Wie funktioniert ein DNS-Lookup im Detail?
Wenn Sie eine Webseite aufrufen, passiert Folgendes:
Lokaler Cache: Ihr Betriebssystem prüft zuerst seinen eigenen Zwischenspeicher. War die Adresse kürzlich schon mal nachgeschlagen? Dann ist sie noch gespeichert.
DNS-Resolver: Falls nicht im Cache, fragt das Betriebssystem einen DNS-Resolver – einen speziellen Server, der DNS-Anfragen beantwortet. Die Adresse dieses Resolvers bekommt Ihr Gerät automatisch, wenn es sich mit dem Netzwerk verbindet (per DHCP – ein Protokoll, das Geräten automatisch Netzwerkeinstellungen zuweist).
Resolver-Cache: Auch der Resolver hat einen Cache. Wenn die Antwort dort noch gültig ist (“frisch”), schickt er sie direkt zurück.
Hierarchische Auflösung: Kennt der Resolver die Antwort nicht, fragt er weiter – bei anderen DNS-Servern, die für bestimmte Domains zuständig sind:
- Zuerst die Root-Nameserver (kennen die Top-Level-Domains wie
.com,.de) - Dann die TLD-Nameserver (kennen die Domains unter
.com) - Schließlich die autoritativen Nameserver (kennen die konkreten IP-Adressen)
- Zuerst die Root-Nameserver (kennen die Top-Level-Domains wie
DNS-Auflösung (vereinfacht)
═══════════════════════════
Ihr Laptop → Lokaler Cache → DNS-Resolver → (evtl.: Root-Server)
↓
TLD-Server (.com)
↓
Autoritativer Server
(example.com → 93.184.216.34)- Durch die Caches auf mehreren Ebenen sind die meisten DNS-Anfragen sehr schnell – oft unter 10 Millisekunden.
- Typische DNS-Resolver werden von Ihrem Internetanbieter betrieben. Sie können aber auch öffentliche Resolver nutzen (z.B.
8.8.8.8von Google oder1.1.1.1von Cloudflare).
Encapsulation – Schichtenmodell
Encapsulation verstehen
- Der HTTP-Request (
GET / HTTP/1.1) allein reicht nicht aus – er enthält keine Information darüber, wohin er soll und wie er sein Ziel findet. - Deshalb wird die Nachricht in mehrere Schichten verpackt – wie ein Brief in mehreren Umschlägen:
| Schicht | Protokoll | Enthält | Analogie |
|---|---|---|---|
| 4 | HTTP | Die eigentliche Anfrage | Der Brief |
| 3 | TCP | Ports, Sequenznummern | Blauer Umschlag |
| 2 | IP | IP-Adressen (Von/An) | Grüner Umschlag |
| 1 | Ethernet | MAC-Adressen (Hardware) | Gelber Umschlag |
Die Nummern 1–4 entsprechen dem TCP/IP-Schichtenmodell, gezählt von unten (Hardware) nach oben (Anwendung).
- Jede Schicht fügt ihre eigenen Informationen hinzu:
- TCP sorgt für zuverlässige Übertragung (Port 80 = HTTP)
- IP enthält die Adressen für die Wegfindung
- Ethernet adressiert das nächste Gerät im lokalen Netzwerk
Netzwerkgeräte: Switch und Router
Bevor wir weitergehen, zwei wichtige Begriffe:
Switch: Ein Gerät, das Pakete im lokalen Netzwerk verteilt. Es liest nur die MAC-Adressen – das sind eindeutige Hardware-Adressen, die jede Netzwerkkarte ab Werk eingebaut hat (Ethernet-Schicht, gelber Umschlag) – und leitet Pakete an das richtige Gerät im selben Netz weiter.
Router: Ein Gerät, das verschiedene Netzwerke verbindet. Es liest die IP-Adressen (IP-Schicht, grüner Umschlag) und entscheidet, in welches Netzwerk das Paket als nächstes geschickt wird.
Switch vs. Router
═════════════════
SWITCH (lokales Netz) ROUTER (zwischen Netzen)
┌────────────────────┐ ┌────────────────────┐
│ Liest: MAC-Adresse │ │ Liest: IP-Adresse │
│ (gelber Umschlag) │ │ (grüner Umschlag) │
│ │ │ │
│ Verbindet Geräte │ │ Verbindet Netze │
│ im SELBEN Netz │ │ (z.B. Heimnetz ↔ │
│ │ │ Internet) │
└────────────────────┘ └────────────────────┘Ihr WLAN-Router zuhause ist eigentlich beides: Die LAN-Buchsen (Ethernet-Anschlüsse) an der Rückseite sind ein Switch für das lokale Netz, und der Anschluss zum Internet-Provider ist der Router-Teil.
Warum braucht man beide – IP-Adressen und MAC-Adressen?
- IP-Adressen sind logische Adressen, die sich ändern können (z.B. wenn Sie in ein anderes WLAN gehen).
- MAC-Adressen sind feste Hardware-Adressen, die bei der Produktion von Netzwerkgeräten fest vergeben werden – jedes hat ab Werk eine andere MAC-Adresse und jede Adresse gibt es nur ein Mal auf der Welt.
- Im lokalen Netz (z.B. Ihr Heimnetzwerk) reichen MAC-Adressen. Aber sobald Pakete über Router ins Internet gehen, braucht man IP-Adressen, weil man damit den Weg zum Ziel finden kann.
Wie entscheidet Ihr Computer: lokal oder Internet?
- Nehmen wir, Ihr Rechner hat im WLAN zu Hause die
10.0.0.5. - Wenn die Ziel-IP im eigenen lokalen Netz liegt (z.B.
10.0.0.x), schickt der Rechner das Paket direkt dorthin. - Wenn nicht, schickt er alles an sein Default Gateway – das ist normalerweise der Router (z.B.
10.0.0.1).
Adressen und Ports: Wer schickt an wen?
Jedes Paket trägt Absender und Empfänger auf mehreren Ebenen:
| Schicht | Absender | Empfänger |
|---|---|---|
| IP | Quell-IP (Von) | Ziel-IP (An) |
| TCP | Quell-Port | Ziel-Port |
Wie funktioniert die Kommunikation?
- Wenn Sie eine Anfrage schicken, tragen Sie Ihre IP als Absender ein und die Server-IP als Empfänger.
- Der Server antwortet, indem er die Adressen vertauscht: Ihre IP wird zum Empfänger, seine zum Absender.
Wozu Ports?
Eine IP-Adresse identifiziert einen Computer. Aber auf einem Computer können mehrere Programme gleichzeitig laufen, die alle auf Netzwerkanfragen warten – zum Beispiel ein Webserver, ein E-Mail-Server und ein SSH-Server.
Ein Port ist einfach eine Nummer (von 0 bis 65535), die ein bestimmtes Programm auf diesem Computer identifiziert.
Ports unterscheiden diese Programme:
- Port 80: HTTP (Webserver)
- Port 443: HTTPS (verschlüsselter Webserver)
- Port 53: DNS
- Port 22: SSH
Wenn Sie eine Webseite aufrufen:
- Ziel-Port: 80 (oder 443 für HTTPS) – das ist festgelegt
- Quell-Port: Eine zufällige Nummer (z.B. 54321) – wird von Ihrem Betriebssystem vergeben
Durch die Kombination aus IP + Port kann der Server wissen, an welches Programm auf welchem Gerät die Antwort gehen soll.
Beispiel: Webseiten-Aufruf
══════════════════════════
ANFRAGE (Ihr Laptop → Server)
┌────────────────────────────┐
│ Quell-IP: 10.0.0.5 │ ← Ihre Adresse
│ Ziel-IP: 93.184.216.34 │ ← Server-Adresse
│ Quell-Port: 54321 │ ← Zufällig gewählt
│ Ziel-Port: 80 │ ← HTTP (festgelegt)
└────────────────────────────┘
ANTWORT (Server → Ihr Laptop)
┌────────────────────────────┐
│ Quell-IP: 93.184.216.34 │ ← Server antwortet
│ Ziel-IP: 10.0.0.5 │ ← An Sie
│ Quell-Port: 80 │ ← Vom HTTP-Dienst
│ Ziel-Port: 54321 │ ← An Ihren Browser
└────────────────────────────┘Visualisierung der Schichten
ENCAPSULATION (Verkapselung)
════════════════════════════
┌─────────────────────────────────────┐
│ ETHERNET (Gelb) - MAC-Adressen │
│ ┌────────────────────────────────┐ │
│ │ IP (Grün) - IP-Adressen │ │
│ │ ┌───────────────────────────┐ │ │
│ │ │ TCP (Blau) - Ports │ │ │
│ │ │ ┌──────────────────────┐ │ │ │
│ │ │ │ HTTP - Die Nachricht │ │ │ │
│ │ │ └──────────────────────┘ │ │ │
│ │ └───────────────────────────┘ │ │
│ └────────────────────────────────┘ │
└─────────────────────────────────────┘
Jede Schicht liest nur IHRE Informationen.
Der Router liest IP, nicht HTTP.
Der Switch liest Ethernet, nicht IP.- Warum Schichten? Jede Station auf dem Weg muss nur die für sie relevante Schicht lesen. Ihr WLAN-Router interessiert sich nicht für den Inhalt Ihrer E-Mail – er sieht nur die IP-Adresse.
TCP-Segmentierung
TCP-Segmentierung verstehen
- IP-Pakete haben eine maximale Größe (ca. 1500 Bytes im Ethernet). Was passiert, wenn Ihre Nachricht größer ist – zum Beispiel ein Bild oder eine ganze Webseite?
- TCP zerschneidet die Nachricht in kleinere Teile (Segmente) und nummeriert sie mit Sequenznummern:
- Segment 1: Sequenznummer 1 (Bytes 1–1000)
- Segment 2: Sequenznummer 1001 (Bytes 1001–2000)
- …
- Die Sequenznummer zählt Bytes, nicht Pakete – deshalb springt sie von 1 auf 1001 (wenn das erste Segment eben 1000 Bytes enthalten hat).
- Jedes Segment wird einzeln verpackt (TCP → IP → Ethernet) und als eigenes Paket verschickt.
- Die Pakete können unterschiedliche Wege nehmen – und sogar in falscher Reihenfolge ankommen!
- Beim Empfänger setzt TCP die Teile anhand der Sequenznummern wieder zusammen.
TCP-SEGMENTIERUNG
═════════════════
Große Nachricht (z.B. 2500 Bytes):
┌──────────────────────────────────────────┐
│ "Das ist eine sehr lange Nachricht..." │
└──────────────────────────────────────────┘
↓ TCP zerschneidet
┌───────────────────┐ ┌───────────────────┐
│ Seq: 1 │ │ Seq: 1001 │
│ "Das ist eine..." │ │ "...Nachricht..." │
└───────────────────┘ └───────────────────┘
↓ ↓
[IP-Paket 1] [IP-Paket 2]
↓ ↓
(unterschiedliche Wege möglich!)
↓ ↓
───────────► Server ◄───────────
↓
TCP setzt wieder zusammen
(sortiert nach Seq-Nummer)- Warum diese Trennung?
- IP kümmert sich nur um einzelne Pakete
- TCP kümmert sich um die gesamte Nachricht: Aufteilen, Nummerieren, Zusammensetzen
- Wenn ein Paket verloren geht, fordert TCP nur dieses eine Paket erneut an.
Network Address Translation (NAT)
NAT verstehen
- Haben Sie sich schon mal gefragt, wie es sein kann, dass Ihre IP-Adresse zuhause mit
192.168.oder10.0.anfängt – und die Ihres Freundes in einem anderen WLAN auch? - Woher wissen die Router im Internet, wohin das Antwortpaket vom Webserver zu schicken ist, wenn eine HTTP-Anfrage von
10.0.0.5beim Webserver eingeht? Es gibt schließlich Millionen von Heimnetzen, in denen ein Gerät die Adresse10.0.0.5hat. Das ist nicht eindeutig! - Adressen wie
10.x.y.zund192.168.x.ysind sog. private IP-Adressen. Sie gelten nur innerhalb Ihres Heimnetzwerks (genauer: “hinter” Ihrem Internet-Router) und sind im Internet nicht gültig. - NAT (Network Address Translation) löst dieses Problem:
- Ihr Gerät schickt ein Paket mit seiner privaten Adresse (z.B.
10.0.0.5) - Der Router ersetzt diese durch seine öffentliche Adresse (z.B.
203.0.113.1) - Der Router merkt sich in einer Tabelle, welches interne Gerät zu welcher Anfrage gehört
- Bei der Antwort macht der Router die Übersetzung rückwärts
- Ihr Gerät schickt ein Paket mit seiner privaten Adresse (z.B.
NAT (Network Address Translation)
═════════════════════════════════
VORHER: NACHHER:
┌───────────────────┐ ┌───────────────────┐
│ Von: 10.0.0.5 │ → │ Von: 203.0.113.1 │
│ An: 93.184.216.34 │ │ An: 93.184.216.34 │
└───────────────────┘ └───────────────────┘
Router merkt sich in NAT-Tabelle:
"Wenn Antwort für Port 40001 kommt → geht an 10.0.0.5:54321"- Warum NAT?
- IPv4 (das wir uns hier anschauen, weil es so weit verbreitet ist) hat nur etwa 4 Milliarden Adressen – viel zu wenig für alle Geräte weltweit
- NAT erlaubt, dass Millionen von Heimnetzwerken dieselben privaten Adressen nutzen
- Ihr Router ist wie ein Portier: Er schickt Briefe mit der offiziellen Hausadresse raus und verteilt eingehende Post an die richtige Wohnung
Routing – Die Reise durchs Internet
Routing verstehen
- Wie findet ein Paket seinen Weg durch das Internet? Kein einzelner Computer kennt den kompletten Weg – stattdessen funktioniert Routing wie ein dezentrales Wegweisersystem.
- Jeder Router hat eine Routing-Tabelle, die sagt: “Für Pakete, deren Ziel-IP mit 93.184 beginnt → schicke sie an Router B”
- Das Paket springt von Router zu Router (Hop für Hop), bis es am Ziel ankommt.
ROUTING = "Verteilte Wegweiser"
═══════════════════════════════
Router A Router B Router C
│ │ │
│ "93.184.x.x? │ "93.184.x.x? │ "93.184.x.x?
│ → weiter zu B" │ → weiter zu C" │ → bin ich!"
│ │ │
└───────────────────────┴───────────────────────┘
Kein Router kennt den GANZEN Weg.
Jeder kennt nur den NÄCHSTEN Schritt.- Was passiert bei jedem Hop?
- Router öffnet den Ethernet-Frame (gelber Umschlag)
- Liest die IP-Adresse im IP-Paket (grüner Umschlag)
- Schlägt in seiner Routing-Tabelle nach: “Wohin damit?”
- Packt das IP-Paket in einen neuen Ethernet-Frame für die nächste Strecke
- Wichtig: Die MAC-Adresse ändert sich bei jedem Hop. Die IP-Adresse bleibt gleich (außer bei NAT).
Was wir ausgelassen haben
Weitere Konzepte (Ausblick)
Es gibt noch einige Konzepte, die wir hier nur am Rande erwähnen:
ARP (Address Resolution Protocol)
- Problem: Sie kennen die IP-Adresse des Routers (die wurde dem Rechner beim Verbinden mit dem Netz über ein Protokoll namens DHCP mitgeteilt), aber für den Ethernet-Frame brauchen Sie die MAC-Adresse.
- Lösung: Mit ARP fragt der Rechner zuerst im lokalen Netz: “Wer hat IP 10.0.0.1? Sag mir deine MAC-Adresse!”
Adressauflösung im Vergleich:
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DNS: Name → IP-Adresse (für das Internet)
ARP: IP-Adresse → MAC-Adresse (für lokales Netz)TCP Three-Way-Handshake
- Bevor Daten fließen, bauen Sender und Empfänger bei TCP eine Verbindung auf:
- “Hallo, bist du da?” (SYN-Flag gesetzt)
- “Ja, ich bin bereit” (SYN- und ACK-Flags gesetzt)
- “Okay, dann geht’s los” (ACK-Flag gesetzt)
TLS/HTTPS
- HTTPS fügt eine Verschlüsselungsschicht (TLS, Transport Layer Security) zwischen TCP und HTTP ein.
- Damit kann niemand unterwegs den Inhalt Ihrer Anfragen mitlesen – selbst wenn jemand die Pakete abfängt. Mehr dazu in PSI-IntroSP-B.
Zusammenfassung
Das nächste Mal, wenn Sie Enter drücken und eine Webseite erscheint, wissen Sie: In diesen 200 Millisekunden ist Ihr HTTP-Request durch drei Schichten Verpackung gegangen, vermutlich von Ihrem Router zu Hause mittels NAT verarbeitet worden, über ein Dutzend Router gesprungen, ausgepackt worden, und die Antwort hat den ganzen Weg zurück gemacht.
Die fünf Kernkonzepte:
1. DNS
Domains → IP-Adressen
"Das Telefonbuch des Internets"
2. ENCAPSULATION
HTTP in TCP in IP in Ethernet
"Jede Schicht kümmert sich um ihren Teil"
3. TCP-SEGMENTIERUNG
Große Nachrichten → kleine Pakete → wieder zusammensetzen
"Zerschneiden, nummerieren, am Ziel sortieren"
4. NAT
Private Adressen → Öffentliche Adressen
"Der Router als Übersetzer"
5. ROUTING
Jeder Router kennt nur den nächsten Schritt
"Dezentrales Wegweisersystem"
(Und ARP: MAC-Adresse im lokalen Netz finden wenn nur IP bekannt)Ablauf eines Webseitenaufrufs (vereinfacht):
URL eingeben (example.com)
↓
"Ich benötige die IP, dazu muss ich
eine DNS-Anfrage an 8.8.8.8 senden".
"Oh, 8.8.8.8 ist nicht in meinem Netz"
"Ich sende das Paket an mein
Standard-Gateway 10.0.0.1"
↓
ARP: "Wer hat 10.0.0.1? Sag mir deine MAC!"
↓
DNS-Anfrage an Resolver 8.8.8.8:
"Was ist die IP von example.com?"
↓
DNS-Antwort: 93.184.216.34
↓
TCP-Handshake mit 93.184.216.34
(SYN → SYN-ACK → ACK)
↓
(bei HTTPS) TLS-Handshake
(Verschlüsselung aushandeln)
↓
HTTP Request: "GET / HTTP/1.1"
↓
HTTP Response: "200 OK + HTML"Diese Schritte passieren nacheinander. ARP- und DNS-Antworten werden gecacht, sind bei späteren Requests also nicht mehr nötig.
Selbstlern-Fragen
Zur Vertiefung nach der Vorlesung:
Grundverständnis
DNS: Warum kann ein Rechner mit example.com nichts anfangen? Was braucht er stattdessen?
Encapsulation: Erklären Sie in eigenen Worten, warum wir den HTTP-Request in mehrere “Umschläge” packen müssen.
NAT: Warum ist es kein Problem, wenn Ihr Laptop zu Hause die gleiche IP-Adresse hat wie der Laptop Ihres Freundes bei ihm zu Hause?
Routing: Was ist der Unterschied zwischen einer IP-Adresse und einer MAC-Adresse? Wann braucht man welche?
TCP: Wofür dienen die Sequenznummern bei TCP?
Weiterführend
DNS: Was passiert, wenn der DNS-Resolver die Antwort nicht kennt?
Encapsulation: Wenn ein Switch im lokalen Netzwerk (10.0.0.x) sieht, dass ein Paket den Ziel-Port 80 hat, schaut er in seiner Port-Tabelle nach und leitet es daraufhin an den Rechner weiter, bei dem ein Webserver auf Port 80 läuft, z.B. an 10.0.0.15. Korrigieren Sie diese Beschreibung!
NAT: In den Beispielen ging die Kommunikation immer vom Browser aus. Ist es auch möglich, dass die Kommunikation vom Server ausgeht, der im Internet steht? Kann er eine Verbindung zu Ihrem Laptop aufbauen, das zu Hause hinter einem Router steht?
Routing: Wenn ein Router ein Paket empfängt für eine Ziel-Adresse, für die er nicht zuständig ist – was macht er?
Gesamtbild: Zeichnen Sie den Weg eines Pakets von Ihrem Laptop zu einem Server und zurück. Markieren Sie, wo sich die Adressen auf den verschiedenen Schichten ändern.
Häufige Fragen
Grundlagen
“Woher kennt mein Computer die Adresse des DNS-Servers?” → Die bekommt er normalerweise, wenn er sich mit einem Netz verbindet, etwa vom lokalen Router mit einem Protokoll namens DHCP, zusammen mit seiner eigenen IP-Adresse und der IP-Adresse des Routers, der das Standard-Gateway im Netz ist, also alle Pakete verarbeitet, die zu Zielen gesendet werden sollen, die außerhalb des lokalen Netzes sind.
“Woher weiß mein Computer seine eigene IP-Adresse?” → Auch per DHCP. Beim Verbinden mit dem WLAN fragt Ihr Gerät: “Kann mir jemand eine IP geben?” Der Router antwortet mit einer freien Adresse aus seinem Pool.
“Warum überhaupt private Adressen?” → IPv4 hat nur ~4 Milliarden Adressen. Viel zu wenig für alle Geräte weltweit. NAT und private Adressen sind der Workaround, um mit diesem kleinen Adressraum auszukommen. Der Nachfolger, IPv6, bietet viel mehr Adressen.
NAT und Verbindungen
“Was wenn die NAT-Tabelle voll ist?” → Alte Einträge werden nach Timeout gelöscht. Praktisch ist das selten ein Problem.
“Kann ein Server von außen eine Verbindung zu meinem Laptop aufbauen?” → Normalerweise nicht – der Server kennt nur die öffentliche Router-Adresse. Damit ein Server von sich aus eine Verbindung von außen durch den Router zu einem Client hinter einem NAT-Gateway aufbauen kann (z.B. bei Online-Games), braucht es Techniken wie Port-Forwarding oder NAT-Traversal.
“Wie funktioniert es, dass man auf einem Client von anderen eine Nachricht empfangen kann, zum Beispiel beim Chatten oder bei Voice-over-IP-Anrufen?” → Meist über einen zentralen Server, zu dem alle Clients eine Verbindung aufgebaut haben – oder alle paar Sekunden nachfragen, ob es etwas Neues gibt (Polling). Für Peer-to-Peer gibt es Techniken wie STUN/TURN, die NAT-Löcher “stanzen”.
Sicherheit und Privatsphäre
“Sieht man auf dem Router, welche Webseiten ich aufrufe?” → Mit HTTPS sieht man die Domain (wegen DNS und SNI), aber nicht den Inhalt der Seiten.
“Ist NAT also eine Firewall?” → Nicht direkt, aber es hat einen ähnlichen Effekt: Unerwünschte Verbindungen von außen kommen nicht durch, weil kein passender NAT-Eintrag existiert.
“Was ist der Unterschied zwischen einem Router und einem Switch?” → Ein Switch arbeitet auf Ethernet-Ebene (MAC-Adressen). Ein Router arbeitet auf IP-Ebene und verbindet verschiedene Netzwerke.
Praktisches
“Warum ist manche Webseite langsam, obwohl mein Internet schnell ist?” → Viele mögliche Gründe: überlasteter Server, lange Routing-Wege, Paketverlust auf dem Weg.
“Was passiert bei Paketverlust?” → TCP erkennt das (Timeout oder fehlende Bestätigung) und fordert das Paket erneut an. Deshalb ist TCP “zuverlässig” – beim Protokoll UDP würde das Paket hingegen einfach verloren gehen.
“Warum hat mein Router zwei IP-Adressen?” → Eine interne (z.B. 10.0.0.1) für das Heimnetz, eine externe (öffentlich) vom Internet-Provider. Der Router ist die Brücke zwischen beiden Welten.